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V66 - Einbau eines zusätzlichen Trittstufen-Schalters im Fahrerhaus

08.07.2022 15:39
#1 V66 - Einbau eines zusätzlichen Trittstufen-Schalters im Fahrerhaus
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Fahrexperte
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Es gibt von mir bereits den Beitrag "V66 - Kabeldurchführung für Treppenschalter ins Fahrerhaus", der für mich die "Initialzündung" war. Hier schreibe ich nochmal einen zusammenhängenden Einbau-Bericht zur kompletten Umsetzung meiner Installation eines zusätzlichen Trittstufen-Schalters im Fahrerhaus unseres V66.
Einiges erwähne ich dadurch vielleicht doppelt, weil es im anderen Thread schon steht, aber alles an einem Stück zu haben, ist vielleicht gar nicht so verkehrt.
(Liebe Moderatoren: Solltet ihr es als sinnvoller erachten, die beiden Threads zusammenzuführen, könnt ihr das natürlich gerne unter dieser neuen Überschrift tun.)


Einbau-Bericht

Eins gleich vorweg:
In meiner Zusammenfassung stammen einige Anregungen, Grundlagen und sogar Materialien für den Einbau von anderen Foren-Usern.
Auch hier geht mein herzlicher Dank mal wieder an Marcus (Roadbuck), mit dem ich mich zum Vorhaben ausgetauscht habe und der mir den Zusammenbau der Schaltung abgenommen hat! Und die Idee zur Kabeldurchführung basiert auf den Hinweisen von Dirk (Testerr). Also: Vielen Dank für Eure Hilfe!

Es gibt schon einiges an Informationen zu diesem Thema hier im Forum und an anderen Stellen.
Nachfolgend - zum Nachschlagen - mal ein paar Links zu Beiträgen, die sich in irgendeiner Form damit beschäftigen. Ihr könnt gerne noch weitere Fundstellen ergänzen. Im Wiki habe ich momentan noch keinen Eintrag zum Thema gefunden, aber vielleicht folgt das ja noch :

Schöne Cockpit-Schalter und Diverses

Elektrische Trittstufe soll bei Motorstart automatisch einfahren Carado T449

Zündungsplus für Trittstufen Steuergerät abgreifen (2)

Carado T337, getauft: "Karl der Dritte" (8)

Überwachungsschalter elektrische Trittstufe

Elektrische Trittstufe (3)

http://kopka.at/trittstufe.htm


Bei den meisten Wohnmobilen ist der Einbau eines zusätzlichen Schalters für die Trittstufe vermutlich relativ einfach durchzuführen und das wurde ja auch an einigen Stellen schon beschrieben.
Meinen kleinen Einbaubericht schreibe ich deshalb, weil sich die Voraussetzungen in einem V66 etwas von anderen Modellen unterscheiden. Vielleicht hilft's ja den Besitzern des gleichen Fahrzeugs (oder der baugleichen Carados und Etruscos).


1. Ausgangssituation

Oh Mann, es ist (war) jedes Mal das Gleiche! Gerade ist man eingestiegen, hat sich angeschnallt und möchte den Motor starten....tröööööt....! F..., schon wieder vergessen, die blöde Treppe einzufahren! Also wieder abschnallen, aufstehen, sich zwischen Fahrer- und Beifahrersitz nach hinten durchquetschen, den Treppenschalter betätigen, wieder in gebückter Haltung zurück auf den Fahrersitz, wieder anschnallen, erneuert Motorstart und dann kann's, zum ersten Mal durchgeschwitzt, endlich losgehen (wenn man nicht noch etwas Anderes vergessen hat).
Ihr kennt das sicherlich alle, aber man fragt sich immer wieder: Warum zum Geier haben die Erbauer unserer Wohnmobile nicht gleich die paar Euro zusätzlich investiert und entweder einen zweiten Schalter für die Bedienung der Treppe im Fahrerhaus installiert oder sogar ein automatisches Einfahren der Treppe beim Motorstart integriert?
Die "Tröööööt-Situation" ist mir mittlerweile dermaßen oft passiert, dass es mich richtig genervt und bei mir einen dicken Hals produziert hat. Also musste möglichst schnell ein zusätzlicher Schalter her, der das Aus-/Einfahren der Außentreppe auch vom Fahrerhaus aus erlaubt. Auf die Lösung, die Treppe beim Start automatisch einzufahren, habe ich bewusst verzichtet. Das war mir zu kompliziert und wer weiß, welche Situationen es dann wieder gegeben hätte, wo sich das als "too much" erwiesen hätte.


2. Planung

Nach etwas Einlesen (siehe Links oben) hatte ich recht schnell den Entschluss gefasst, das Projekt umzusetzen.
Die weitere Planung, eigentlich schon in Bezug auf die Möglichkeit der Umsetzung in unserem V66, hat sich dann leider komplizierter dargestellt, als ich es erwartet hatte. Warum das?

Ich habe, um mir ein Bild davon zu machen, was ich alles benötige und machen muss, erst einmal mit meinem Kunststoff-Hebel-Werkzeug die Schalterblende der Originalschalter entfernt, die sich beim V66 gleich links am Einstieg in der Möbelwand befinden, hinter der wiederum der Kühlschrank steht.

01 Original-Schalter ohne Blende.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)
Original-Schalter ohne Blende

Beim Aufschrauben und Herausnehmen des Trittstufen-Schalters war mir dann recht schnell klar, dass es hier nicht so einfach weitergeht. Es ist mit einigermaßen "normalem" Aufwand schlichtweg unmöglich, beim V66 zusätzliche Kabelstränge an die Schalter im Eingangsbereich zu verlegen, wenn man vermeiden will, die Spüle und die Arbeitsplatte oder/und den Kühlschrank auszubauen.

02 Einbausituation V66 innen.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)
Einbausituation im V66

03 Demontierter Trittstufenschalter_1.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)
Demontierter Trittstufen-Schalter

04 Anschluesse Trittstufenschalter.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)
Anschlüsse Trittstufen-Schalter

Achtung, an dieser Stelle gleich mal ein Hinweis aus eigener Erfahrung:
Solltet ihr die Stecker am Schalter abstecken und später wieder anstecken wollen, macht den Schalter unbedingt vorher stromlos, indem ihr die Sicherung zieht. Es handelt sich um eine 15A-Sicherung im Sicherungskasten unter dem Fahrersitz (wenn man von vorne draufschaut, die zweite Sicherung von links; ist beschriftet).

05 Sicherungskasten Fahrersitz.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)
Sicherungskasten Fahrersitz

Ich hatte die ersten beiden Male nicht drangedacht und prompt ist mir auch 2 mal die Sicherung durchgebrannt. Ich weiß zwar nicht so genau, warum das passiert ist, denn ich habe definitiv keinen Stecker mit anderen Steckern oder mit blanken Teilen in Kontakt gebracht, aber irgendeine schädliche Überspannung o.ä. ist wohl dennoch in den Kontakten des Schalters entstanden.
Es erschließt sich mir auch nicht ganz, warum am Sicherungskasten die Sicherungs-Werte eigentlich beschriftet sind, aber in einigen Steckplätzen kleiner dimensionierte Sicherungen stecken. Auch bei der Treppe ist der Steckplatz mit "20" beschriftet, es war jedoch nur eine 15A Sicherung eingesetzt. Vielleicht war auch das der Grund für das Durchbrennen der Sicherung. Ich habe das aber trotzdem so gelassen, wie es war.

Weiter in der Planung:
Zunächst dachte ich noch, dass es einen Weg geben könnte, die benötigten, neuen Kabel mit Hilfe der bereits an den Schaltern vorhandenen Kabel durchziehen zu können und diese dann durch die Wand nach oben über die Aufbautür und von dort nach vorne zu verlegen. Ich habe die komplette Blende oberhalb der Aufbautür demontiert, aber dahinter gab es keine Kabel von oder zu den Schaltern am Küchenblock. Bei mir liegen hier lediglich die Kabel für das Truma CP-Plus, die Schaudt-Anzeige und für unsere Dachantenne.

06 Kabel ueber Aufbautuer.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)
Kabel über Aufbautür

Nachdem ich dann unter das Fahrzeug gekrabbelt bin, war sofort klar, dass der Kabelstrang von den Schaltern nach unten läuft. Vielleicht hätte ich da zuerst schauen sollen . Er ist durch den Fahrzeugboden nach außen geführt, von dort an der Treppe vorbei nach vorne und dann auf Höhe der B-Säule wieder nach oben und ins Fahrzeuginnere geführt. Der Weg von den Schaltern zu den Lampen geht also fast einmal komplett zum die Aufbautür herum. Und auch die Kabel zum Motor der Trittstufe befinden sich in in diesem Kabelstrang in einem schwarzen Wellrohr.

07 Kabelstrang am Fahrzeugboden mit Wellrohr.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)
Kabelstrang am Fahrzeugboden mit Wellrohr

Da der Kabelstrang beim Verlassen des Fahrzeugs und beim Wiedereintritt ins Innere mit einem dicken Klumpen Dichtmasse versiegelt ist, wollte ich auch hier nicht Hand anlegen, denn ein Öffnen oder Anbohren dieser Klumpen hätte bestimmt zu späteren Undichtigkeiten geführt.

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Kabeldurchführung am Fahrzeugboden mit Dichtungsklumpen hinten

09 Kabeldurchfuehrung am Fahrzeugboden mit Dichtungsklumpen vorne.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)
Kabeldurchführung am Fahrzeugboden mit Dichtungsklumpen vorne

Es hat mich einige Zeit gekostet, bis mir (wie gesagt, unter Anregung von Dirk) die "zündende Idee" für die Verkabelung kam. Erst dann habe ich tatsächlich weiteres Material (Kabel, Verbinder, Wellrohr etc.) gekauft und losgelegt.


3. Einbau & Anschluss

Ich habe den Entschluss gefasst, das vorhandene, schwarze Wellrohr unter dem Fahrzeugboden durch einen Schnitt mit dem Cutter-Messer zu öffnen und die darin laufenden Kabel (vom Schalter zum Motor) herauszuziehen und aufzutrennen. Dabei habe ich lediglich das orange und das violette Kabel durchgeschnitten.

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Wellrohr mit durchtrennten Kabeln

Mit Hilfe eines Prüfgeräts und einer Kabelverlängerung habe ich vorsichtshalber durchgemessen, ob es sich bei den aufgetrennten Kabeln auch tatsächlich um die beiden Kabel handelt, die für den Anschluss der neuen Schaltung relevant sind. Man muss sich hier, am Schalter betrachtet, um das äußere der beiden orangen und um das violette Kabel kümmern.
Um irgendwelche Verwechslungen zu vermeiden, habe ich sämtliche Kabelenden erst einmal an beiden Enden beschriftet, weil die gesamte Verkabelung auch nicht überall die selben Kabelfarben hat.

11 Kabelbeschriftungen.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)
Kabelbeschriftungen

Anschließend habe ich erst einmal die folgenden Verkleidungen und Plastikteile entfernt, um später die Kabelverlegung durchführen zu können:

- untere Verkleidung der B-Säule: 2 Schrauben (vorne), Rest geclipst (hinten)
12 Verkleidung B Saeule.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)
Verkleidung B-Säule

- Verkleidung zwischen Armaturenbrett und Trittstufen-Verkleidung der Beifahrertür: 3 Schrauben (davon eine seitlich ganz oben)
13 Verkleidung zum Armaturenbrett.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)
Verkleidung zum Armaturenbrett

- Trittstufen-Verkleidung der Beifahrertür: 4 Schrauben unter Plastik-Kappen, 2 weitere Schrauben unten in der Trittstufe
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Einstiegs-Verkleidung Beifahrer

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Entfernen der Einstiegsverkleidung Beifahrer

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Freigelegter Einstieg Beifahrer

- Fußraum-Verkleidung Beifahrer: 3 drehbare Clips
17 Fussraumverkleidung Beifahrer.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)
Fußraum-Verkleidung Beifahrer

- untere Verkleidung Fahrerseite: 3 Schrauben (davon 1 Schraube hinter der Klappe)
18 Untere Verkleidung Fahrerseite.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)
Untere Verkleidung Fahrerseite

- Klappe in Verkleidung Fahrerseite: 2 Schrauben
19 Klappe Fahrerseite.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)
Klappe Fahrerseite

Zusätzlich habe ich diese beiden Gummistopfen entfernt:

- nach hinten weisender Stopfen im Fahrzeugboden unterhalb der B-Säule auf der Beifahrerseite
- nach hinten weisender Stopfen im Bereich der Trittstufe der Beifahrerseite

In beide Stopfen habe ich mit dem Cuttermesser mittig Löcher geschnitten, um später die Kabel bzw. das Wellrohr durchführen zu können.

Für die Verkabelung habe ich mir im Bauhaus 10 Meter zweiadriges (je 1,5qmm) Kabel gekauft, das ich mit Hilfe eines Durchziehwerkzeugs doppelt durch ein etwa 1,5 Meter langes Stück Wellrohr gefädelt habe.

20 Kabel mit Wellrohr und Stopfen.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)
Kabel mit Wellrohr und Stopfen

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Stopfen im Einstieg

22 Stopfen am Fahrzeugboden.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)
Stopfen am Fahrzeugboden

Das mit Kabeln bestückte Wellrohr habe ich anschließend, ebenfalls mit Hilfe des Durchziehwerkzeugs von vorne (Einstieg Beifahrer) nach hinten zu der Öffnung im Fahrzeugboden und dann, an der Treppe vorbei, bis zu der Stelle durchgezogen, an der ich die Original-Kabel zum Treppen-Motor aufgetrennt habe.

Am Fahrzeugboden habe ich das Wellrohr einfach mit Kabelbindern am vorhandenen Kabelstrang befestigt bzw. dort, wo genug Platz war, es sogar durch die verschraubten Kabelhalterungen geführt.

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Neues Wellrohr Fahrzeugboden vorne

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Neues Wellrohr Fahrzeugboden Treppe

25 Neues Wellrohr Fahrzeugboden hinten mit Kabelenden_2.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)
Neues Wellrohr Fahrzeugboden hinten mit Kabelenden

Achtung: nicht vergessen, nach dem Durchziehen die vorher durchlöcherten Gummistopfen über Kabel und Wellrohr zu schieben, damit man später die Öffnungen wieder verschließen kann.

Im fahrzeuginneren habe ich das Wellrohr und die Kabel dann ebenfalls mit Hilfe einiger Kabelbinder entlang bereits vorhandener Kabelstränge und durch auch hier bereits vorhandene Kabelhalterungen im Einstiegsbereich nach vorne in den Fußraum des Beifahrers verlegt.

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Wellrohr mit Stopfen im Einstieg

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Wellrohr im Einstieg verlegt

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Wellrohr im Einstieg verlegt

Für die Stromversorgung der neuen Schaltung braucht man einerseits einen Plus-Anschluss (Klemme 30) und andererseits einen Anschluss an die Fahrzeugmasse. Zugegebenermaßen könnte der Plus-Anschluss noch eine Herausforderung sein. Ich hatte es an dieser Stelle leicht, denn ich hatte schon früher bei der Aufrüstung unseres V66 mit einem Eton Soundsystem vorsichtshalber ein zusätzliches (mit 40A abgesichertes) Plus-Kabel von der Aufbaubatterie in den Fußraum gelegt .
An dem bereits vorhandenen Plus-Kabel habe ich einen Sicherungskasten angebracht, von dem aus dann auch ein Plus-Anschluss für die Treppenschaltung abgezweigt wurde. Der Charme eines solchen Sicherungskastens ist natürlich, dass man gleich einen Ausgangspunkt für die Stromversorgung künftiger Projekte hat .
Für den Masse-Anschluss des Sicherungskastens findet man im offenliegenden Fußraum ganz einfach einen "Masse-Stern" (nennt man das so?), an dem bei unserem Fahrzeug bereits zwei andere Massekabel angeschlossen waren. Dort habe ich das vorher mit einem Ring-Kabelschuh versehene Massekabel zusätzlich festgeschraubt.

29 Sicherungskasten.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)
Sicherungskasten mit Plus- und Masse-Anschluss

Wie auf dem folgenden Foto zu erkennen, habe ich dann das graue Kästchen mit der Treppen-Schaltung im Fußraum des Beifahrerseite untergebracht und dort einfach ganz hinten zwischen die vorhandenen Kabelstränge und die gepolsterte Verkleidung geschoben.

30 Schaltung im Fussaum.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)
Schaltung im Fußraum

Den Sicherungskasten habe ich mit Hilfe von ein paar nicht zu langen Gewindeschrauben in die vorhandene Polsterung geschraubt, was in meinen Augen ausreichend fest sein sollte.

31 Sicherungskasten im Fussaum.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)
Sicherungskasten im Fußraum

An dieser Stelle mal ein paar Informationen zur "Black Box" (in meinem Fall allerdings grau), die die Schaltung enthält.
Nachfolgend findet ihr ein Anschlussbild von Marcus mit der in der Box enthaltenen Schaltung und der Beschreibung der Punkte, an denen die einzelnen Kabel angeschlossen werden müssen.

32 Schaltplan Box.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)
Schaltplan Box

33 Geoeffnete Box.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)
Geöffnete Box

Im Bild der geöffneten Box ist zu berücksichtigen, dass die Kabel für den Plus-Anschluss und für die beiden Leitungen zum Schalter noch nicht angeschlossen bzw. nach außen durchgeführt sind (ist rot markiert/beschriftet).
Nachdem ich ja im Vorfeld bereits alle Kabelenden am neuen Kabelstrang, an den aufgetrennten Kabeln des Treppen-Motors und an der Schaltung beschriftet hatte, ging das Anschließen an der Schaltungs-Box nun mit Hilfe von Waco-Klemmen ganz schnell.

So, nun wird ein Schalter und ein sinnvoller Einbauort benötigt. Ich habe mich dazu entschieden, den Schalter auf der Fahrerseite dort unterzubringen, wo er auch durch einen Beifahrer noch erreichbar ist, also rechts in der unteren Verkleidung des Armaturenbretts. Hier habe ich ein passendes Loch für den Schalter ausgeschnitten und den Schalter dort eingeclipst.

34 Schalter montiert.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)
Schalter montiert

Bei dem Schalter, für den ich mich aus optischen Gründen entschieden habe, handelt es sich um einen Fensterheber-Schalter von einem Opel Frontera A. Wichtig ist bei der Auswahl nur, dass der verwendete Schalter keine Automatik-Stellung hat, also eine gerastete Position, in der die Fensterheber (oder das Schiebedach oder sonstige Verbraucher) ohne weiteren Druck von selber hoch- oder runterfahren.

Die Anschlusskabel von der Treppen-Schaltung zum Schalter habe ich natürlich im Fußraum entlang vorhandener Kabelwege zur Fahrerseite durchgefädelt und dann die beiden nötigen Kabel mit Kabelschuhen versehen und am Schalter angeschlossen. Die am Schalter notwendige Masse-Versorgung lässt sich ebenfalls ganz leicht realisieren, denn in dem Bereich, wo der Schalter nun ist, gibt es eine Menge Schrauben, an denen man mit Hilfe eines Ring-Kabelschuhs problemlos ein Kabel festschrauben kann.

35 Schalter in Verkleidung.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)
Schalter in Verkleidung

Im Anschluss mussten nun noch die Kabel am anderen Ende, also unter dem Fahrzeug angeschlossen werden. Ich hatte die Kabel vorerst einmal zu Testzwecken nur mit Wago-Klemmen verbunden.

36 Kabel am Fahrzeugboden mit Wago.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)
Kabel am Fahrzeugboden mit Wago-Klemmen

Nach Aufschieben kurzer Schrumpfschlauch-Stücke habe ich entsprechend meiner vorherigen Beschriftungen die offenen Kabelenden erst einmal miteinander verlötet.

37 Kabel verloetet.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)
Verlötete Kabelenden mit Schrumpfschläuchen

38 Kabel verloetet.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)
Verlötete Kabelenden mit Schrumpfschläuchen

Über die Lötstellen wurden dann die Schrumpfschläuche geschoben und erhitzt, um die Lötstellen zu versiegeln.

39 Versiegelte Loetstellen.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)
Mit Schrumpfschläuchen versiegelte Lötstellen

Alles zusammen habe ich dann, so gut es ging, wieder in den bestehenden Wellrohren (Original-Wellrohr/schwarz und neues Wellrohr/weiß) untergebracht. Die nun neue Verzweigung der Wellrohre habe ich erst mit Isolierband umwickelt und fixiert.

40 Wellrohr mit Isolierband.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)
Wellrohre mit Isolierband

Zum Abschluss habe ich dann alle zusammen nochmal mit selbst versiegelndem Tesa-Silikon-Dichtungsband umwickelt und mit Kabelbindern gesichert.

41 Wellrohr mit Dichtband.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)
Mit Dichtband umwickelte Abzweigung der Wellrohre

Hier nochmal die Ansicht der fertiggestellten Kabelverlegung am Fahrzeugboden:

42 Kabelverlegung unten.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)
Wellrohr mit Abzweigung hinten

43 Kabelverlegung unten.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)
Wellrohr mit Befestigungen Treppe

44 Kabelverlegung unten.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)
Wellrohr mit Stopfen vorne

So, fast fertig... Nun habe ich die Sicherungen wieder eingesetzt. Einerseits die 15A-Sicherung im Sicherungskasten unter dem Fahrersitz (Absicherung des Original-Trittstufen-Schalters) und andererseits ebenfalls eine 15A-Sicherung in dem neuen Sicherungskasten im Beifahrer-Fußraum (Absicherung des neuen Trittstufen-Schalters).

Bei einer anschließenden Funktionskontrolle war die Freude dann groß, als alles so funktionierte, wie es soll...naja, fast: Ich hatte versehentlich die beiden Kabel von der Treppen-Schaltung zum Schalter verkehrt herum angesteckt. Das ist nur ein kosmetischer Mangel, weil ich wollte, dass die Treppe beim Druck auf den oberen Teil des Schalters (weißer Punkt + Vertiefung) einfährt und beim Druck auf den unteren Teil (Außenwölbung) ausfährt. Das war aber schnell durch einfaches Umstecken behoben.

Als letzte Aktivität sind dann nur noch alle Verkleidungen wieder in umgekehrter Reihenfolge anzubringen und das Chaos im Wohnmobil aufzuräumen. Überall lagen Teile, Schrauben, Werkzeuge, abisolierte Kabelenden etc. rum...naja, das habe ich auf den nächsten Tag verschoben .
Meine Gesamtkosten (natürlich ohne Berücksichtigung der Arbeitszeit) für diese Umrüstung lagen bei knapp 75€ für die Schaltung, den Schalter, die Kabel samt Wellrohr und alle Kleinteile (Kabelbinder, Sicherungen, Klebeband etc.).


4. Material

Hier noch eine Zusammenstellung des benötigten Materials. Die Teileliste für die Treppen-Schaltung gibt es allerdings auch an anderer Stelle schon mehrfach.

- Treppen-Schaltung
--- Anschluss-Box zur Unterbringung der Relais und aller Anschlüsse und Kabel
--- 2 Relais JD1914 (z.B. hier: https://www.amazon.de/dp/B08L6QFTG9/?col...lv_ov_lig_dp_it)
--- Wago-Klemmen 1 x 5er und 11 x 2er (evtl. mehr, wenn man beim "Probelauf" erst einmal alles provisorisch anschließen möchte)
--- Anschlussdraht in ausreichender Länge und idealerweise in verschiedenen Farben
- Schalter (z.B. hier: Werbung: https://www.ebay.de/itm/322535914526?has...1MAAOSwDQVgNnKR)
- Kabelschuhe und Ring-Kabelschuhe
- Sicherungen (15A)
- Sicherungskasten (z.B. hier: https://www.amazon.de/gp/product/B08BZFN...0?ie=UTF8&psc=1)
- Kabel (2 x 2-adrig, oder gleich 4-adrig)
- Wellrohr (aus dem Bauhaus)
- Kabelbinder
- Lötzinn
- Dichtband
(z.B. dieses https://www.amazon.de/tesa-Extreme-Repai...ps%2C141&sr=8-6)
- Schrumpfschläuche
- Isolierband


5. Werkzeug

Und dann noch eine Liste des Werkzeugs, das bei mir zum Einsatz kam:

- Quetschzange für (Ring-)Kabelschuhe
- Seitenschneider
- Strom-Prüfgerät
- Abisolierzange
- Lötkolben, Lötzinn
- Schraubenzieher, Kreuz und Torx 20
- Ratsche mit Nüssen
- Cuttermesser
- Kunststoffwerkzeug für Clips/Schalterblende
- Durchziehwerkzeug


Viel Spaß bei Euren eigenen Nachrüst-Projekten!

Beste Grüße
Martin
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| Carado V337 pro (Citroen Jumper) - 165PS |
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08.07.2022 15:43
#2 RE: V66 - Einbau eines zusätzlichen Trittstufen-Schalters im Fahrerhaus
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Admin

.
Super Einbaubericht

Liebe Grüße Jens



Carado T337, genannt "Karl der Dritte".
Per "Funk" unter capronfreunde

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10.07.2022 08:31
avatar  Testerr
#3 RE: V66 - Einbau eines zusätzlichen Trittstufen-Schalters im Fahrerhaus
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Fahrkönner

Glückwunsch und 1a Einbaubericht!!

Gruß
Dirk
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Etrusco V6600SB Type X, Fiat Ducato 2.3 140PS, 16" Conti Van Contact Camper Ganzjahresreifen, Goldschmitt Schraubenfedern Hinterachse, Sawiko Heckträger Mikro II, Diesel AdBlue

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10.07.2022 10:09 (zuletzt bearbeitet: 10.07.2022 10:21)
#4 RE: V66 - Einbau eines zusätzlichen Trittstufen-Schalters im Fahrerhaus
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Fahrprofi

Toller und umfangreicher Einbaubericht mal wieder. Perfekt! Schön, dass Du eine Lösung für den Einbau gefunden hast.
Ich habe den Schalter in die Mittelkonsole gesetzt.

Trittstufe_Schalter_01.png - Bild entfernt (keine Rechte)

.

Liebe Grüße,
Marcus
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Unterwegs mit: Carado T447 H (04/2020) - 2,3L Euro 6d temp - 160 PS - 9Gang Automatik, aufgelastet auf 4.0t
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